Zwei / Halbe
Ort
POTSDAM
Art
INSTALLATION
Jahr
2025
„Zwei / Halbe“ ist ein räumliches Konzept über das Teilen, das Zusammenkommen und das Weitergeben. Es antwortet auf die Aufgabenstellung der Bundesstiftung Baukultur im Rahmen von „30 m³ Baukultur – Macht was draus“, die den 30 Kubikmeter großen Raum als Experimentierfeld für baukulturelles Denken versteht – als Aufforderung, über den physischen Raum hinaus soziale, materielle und kulturelle Beziehungen neu zu gestalten.
Ausgehend von der Idee, dass Baukultur immer dort entsteht, wo Menschen in Beziehung treten, zueinander, zu ihrer Umwelt und zu den Dingen, die sie teilen, gliedert sich die Installation in zwei räumliche Einheiten: zwei Halbe, die sich gegenüberstehen, sich spiegeln und in ihrem Dialog erst vollständig werden. Diese bewusste Teilung ist zugleich Geste und Haltung: Sie macht sichtbar, dass Geben und Nehmen, Besitz und Teilhabe, Nähe und Distanz untrennbar miteinander verbunden sind.
Die beiden Hälften bestehen aus einer Konstruktion aus Holzstreben und Holzmodulen, die sich im Wechsel anordnen und dadurch sowohl Offenheit als auch Stabilität erzeugen. Die Struktur lädt zur Aneignung ein und sie kann bepflanzt, bestückt oder bespielt werden. Bücher, Pflanzen oder kleine Objekte finden hier ebenso Platz wie kurze Gespräche oder zufällige Begegnungen. Der Raum wird nicht durch Mauern definiert, sondern durch das, was zwischen den Menschen entsteht.
„Zwei / Halbe“ versteht Baukultur als einen offenen Prozess: nicht als fertiges Objekt, sondern als fortwährende Praxis des Austauschs. Das Projekt regt dazu an, über Materialität und Nutzung hinaus Fragen nach Gemeinschaft, Verantwortung und Kreislauf zu stellen. Es thematisiert das Gemeinsame im Gebauten, wie Architektur Impulse für alltägliches Handeln geben kann.
Zur Weiterverwendung können die Pflanztröge auf Balkonen oder in Innenhöfen weiterleben, das Vogelhaus findet seinen Platz an einem Baum, das Bücherregal kann in einer Kita, Bibliothek oder Nachbarschaftsecke aufgestellt werden. So bleibt das Projekt im Umlauf, als fragmentierte, aber lebendige Erinnerung an den Moment der Begegnung.
In diesem Sinne ist „Zwei / Halbe“ kein abgeschlossenes Objekt, sondern ein Impuls. Es macht sichtbar, dass Baukultur beginnt, wenn gebauter Raum in Bewegung gerät, wenn er geteilt, verändert und weitergedacht wird.

















